Achim Kobe
Maike Schröder
Anna Schuster
Renate Wolff
Julia Ziegler
Eröffnung \ Fr 9. Januar \ 19 UHR
10. Januar — 7. Februar 2026
GRANULAR
Positionen zur Raumwahrnehmung
"Ist die Raumzeit granular? In einer gequantelten Raumzeit kann man eine Tasse nicht um eine
beliebige Distanz verrücken, sondern nur um feste Schritte. Ebenso gibt es dann keine Uhr, die den
Zeitverlauf in beliebig feine Intervalle teilt – sie verläuft schrittweise, wie der Sekundenzeiger einer
Bahnhofsuhr. In der makroskopischen Welt bekommt man davon allerdings nichts mit, weil diese
Schritte extrem klein sind." FAU 2025
"Ist die Raumzeit granular? In einer gequantelten Raumzeit kann man eine Tasse nicht um eine
beliebige Distanz verrücken, sondern nur um feste Schritte. Ebenso gibt es dann keine Uhr, die den
Zeitverlauf in beliebig feine Intervalle teilt – sie verläuft schrittweise, wie der Sekundenzeiger einer
Bahnhofsuhr. In der makroskopischen Welt bekommt man davon allerdings nichts mit, weil diese
Schritte extrem klein sind." FAU 2025
Die bildhafte Formulierung eines unvorstellbaren Sachverhaltes zeigt die neue Seite einer
bekannten Medaille. Die andere war blank und glatt. Wer A sagt, kann leider nicht B sagen.
Nicht allein die Dinge im Raum also sind fragmentiert, auch unsere Bewegung darin verläuft
in Sprüngen - es gibt eine Detailtiefe, die die Kontinuität aufhebt? Alles Pixel, wenn man
genau hinschaut. Ist irgendetwas für bare Münze zu nehmen?
Offensichtlich kommt man mit den Augen weiter als mit dem Körper – der Raum dringt
jedoch als Licht in uns ein und wirft sein Bild verkehrtherum auf die Netzhaut. Beiläufig
schauen wir aus dem Fenster in ein Fenster gegenüber, über Dach und Waldrand in die Sterne
und wissen von Räumen, die wir nicht erreichen können, aber nachbilden, darstellen, erklären
und konstruieren. Der Beginn allen Bildermachens?
…Und doch, wenn wir im Zug vorüberwehen,
Scheint Haus und Feld und Herden, die da grasen,
Wie ein Phantom an uns vorbeizurasen.
Da winkt uns wer und schwindet wie im Traum,
Mit Haus und Feld, Laternenpfahl und Baum… Mascha Kaleko
Der Titel ist ein poetischer Impuls.
Die Ausstellung vereint Arbeiten, die sich lustvoll mit Raumbezügen befassen, mit
Widersprüchen, mit Ordnen und Erklären, mit Präzision und Ungefähr, und die analog die
Ungreifbarkeiten präsentieren.